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Schule 2.1

Schule 2.1 - Schule im Jahr 2021. Fast ein Jahr lang leben wir nun mit Corona und den Auswirkungen, die das Virus auf die Schulen und andere Bildungseinrichtungen hat.


Es fällt schwer, den Überblick zu behalten, welches Bundesland es in welchem Jahrgang gerade wie handhabt - ein föderalistisches Chaos puzzelt sich über die Deutschlandkarte und man sucht vergeblich die zusammenpassenden Teilchen.


Aber wir können zumindest darüber berichten, wie es bei uns an der GBS in den letzten Wochen lief und wie die Vorgaben des hessischen Kultusministeriums bei uns umgesetzt wurden.


Wie läuft's bei den Kleinen?


Die Jahrgänge 1-6 waren größtenteils daheim. Die Kinder bekamen entweder analoges Arbeitsmaterial (analog=was man anfassen kann, also Arbeitsblätter und -pläne) oder digitale Arbeitsaufträge (digital=online auf MS Teams). Die LehrerInnen boten bei MS Teams Sprechstunden an oder machten dort auch richtig Unterricht.


Dann gab es aber auch die Kinder, deren Eltern arbeiten mussten und die in die Notbetreuung von der 1.-6. Stunde kamen. Sie waren in zwei kleine Gruppen aufgeteilt, die dann die Zeit über von zwei Lehrkräften betreut wurden und größtenteils am gleichen Material arbeiteten wie ihre FreundInnen daheim. In der Notbetreuung versuchten wir, eine Routine aus Lernen/ Arbeiten, Spielen und kreativer oder sportlicher Betätigung herzustellen.


Amal aus der 5c schrieb hierzu folgendes:

"Maske und Abstand ist doch doof. Im Gegenteil (nicht doof): Spiel, Spaß und Lernen. Wir spielen in den letzten zwei Stunden oft, z.B. Tabu. Oder heute zum Beispiel schauen wir einen Film. Aber zurück zum Unterricht: Anstatt mit Google oder Teams lernen wir mit den Lehrern. Hand in die Luft und schon ist Hilfe da."


Iva aus der 5f schrieb: "Ich finde, die Notbetreuung an der GBS sehr gut, weil dann die Schüler die Hausaufgaben in der Schule machen können, und dann können sie sich zuhause entspannen und es ist einfach toll, denn dann bekommst du Hilfe von den LehrerInnen und bekommst deine Hausaufgaben locker fertig.(...)"


Die Kinder, die zuhause lernen und arbeiten müssen, sind unterschiedlich gut zurecht gekommen. Man muss ganz klar sagen, dass gerade in den unteren Klassen die Unterstützung der Eltern sehr wichtig ist, sowohl bei der Strukturierung des Tagesablaufs als auch teilweise bei den Aufgaben. Das kann natürlich auch richtig Stress geben zwischen Eltern und Kindern, bzw. können manche Eltern auch nicht helfen, selbst wenn sie wollten. Das ergibt natürlich eine schwierige Situation.


Vorgestern, am 22.02.2021 hat nun für die Grundschüler und den 5. und 6. Jahrgang endlich der Präsenzunterricht im Wechselmodell begonnen. Die Klassen wurden geteilt und die beiden Gruppen kommen jeweils eine Woche in die Schule und arbeiten dann danach eine Woche von daheim aus. Mal schauen, wie das läuft... - wir halten euch auf dem Laufenden. Es tut auf jeden Fall sehr gut, sich wiederzusehen.


Wie läuft's in der Mittelstufe?


Bei uns sind die Jahrgänge 7 und 8 komplett daheim und werden im Distanzunterricht beschult. Wir arbeiten mit Microsoft Teams und machen Videokonferenzen, Aufgaben und Tests nun online. Das sind ganz neue Erfahrungen und es gibt sowohl Vor- als auch Nachteile... Hier will ich gar nicht so viel schreiben, schaut euch am Besten diesen Beitrag des HR in der ARDMediathek an, in dem zwei Schülerinnen aus dem 8. Jahrgang, Soumia und Ilayda (und auch ihr Lehrer Herr El Asraoui) zu Wort kommen. In dem Beitrag werden die Herausforderungen, vor denen viele der Jugendlichen momentan stehen, sehr gut herausgearbeitet und gezeigt:

https://www.ardmediathek.de/hr/video/corona-logbuch-schule/soumia-und-illayda-3/hr-fernsehen/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xMjc1NTc/


Die Siebener und Achter kommen auf keinen Fall vor den Osterferien wieder und wir hoffen sehr, dass sich bis dahin die Lage so entwickelt, dass sie eventuell danach zumindest zeitweise und teilweise wieder in die Schule kommen können.


Und wie sieht es in unseren Abschlussklassen 9 und 10 aus?


Die SchülerInnen des Jahrgangs 9 absolviert am Ende des Schuljahres den Hauptschulabschluss und die SchülerInnen aus Jahrgang 10 ihren Realschulabschluss. Deswegen sind sie im Präsenzunterricht an der Schule. Die Gruppengröße wurde jedoch reduziert, sodass nur noch die Hälfte der Klassen in einem Raum gemeinsam lernen.

Die LehrerInnen betreuen die Gruppen entweder zeitgleich oder werden von Vertretungslehrkräften unterstützt. Die Erfahrungen mit diesem Modell sind unterschiedlicher Natur. Ich habe schon viel Positives gehört, doch es gibt natürlich auch Schwächen dieses Systems.

Eine Schülerin aus dem Jahrgang 10 schrieb bereits in unserem Artikel https://www.gbsweekly.com/post/schule-im-lockdown , wie sie die momentane Regelung findet. Außerdem hat auch Frau Band, die schon lange Deutsch und Englisch an der GBS unterrichtet, einen Leserbrief zu diesem Thema geschrieben, der in der Frankfurter Rundschau erschien.

Hier einige Auszüge daraus:

Wie sieht Englischunterricht unter den derzeitigen Umständen aus? (Präsenzunterricht für

die Abschlussklassen mit Teilung der Klasse und Einsatz einer Lehrkraft für beide

Teilgruppen):

Lehrerin B. möchte im Englischunterricht ein aktuelles Ereignis einbringen, da sie

unvernünftigerweise das kontinuierliche stille Abarbeiten von

Prüfungsvorbereitungsmaterialien als wenig anregend empfindet (selbst dran Schuld…)

und stellt Ausschnitte aus den Inaugurationsreden von Joe Biden und Donald Trump

zusammen sowie dem Gedicht der jungen Autorin Amanda Gorman, die bei der

Amtseinführungszeremonie so beeindruckend auftrat.

(...)

Lehrerin B. beginnt mit einer ca. 10-minütigen Einführung, die nötig ist, da die wenigsten

SchülerInnen die Zeremonie in den Medien verfolgt haben und ein Bogen geschlagen

werden muss zwischen dem Amtsverständnis Joe Bidens und Donald Trumps. Nach der

Einführung untersuchen die SchülerInnen die Redeausschnitte. Währenddessen eilt

Lehrerin B. In den nächsten Raum, um die gleiche Einführung (10 Minuten) und den

entsprechenden Arbeitsauftrag zu geben.

Danach eilt sie wieder (da eine gewisse Unruhe aus dem ersten Raum zu hören ist (...)) in das andere Klassenzimmer, um die Fortschritte in der Bearbeitung des

Arbeitsauftrages zu begutachten und eventuelle Hilfestellungen zu geben. Zeit für einen

sinnvollen Austausch in englischer Sprache über das Gelesene bleibt kaum, da nun

Lehrerin wieder in den Nebenraum entschwindet, um dort genau das Gleiche zu tun – und

auch hier sich nur minutenweise über das Gelesene auszutauschen.

So geht das in der Doppelstunde weiter und setzt sich dann – in der anderen Klasse – in

exakt der gleichen Art und Weise fort. Lehrerin B. sei es verziehen, dass sie mitunter in

diesen 4 Stunden vergisst, mit welcher/m Schüler/in sie welchen Austausch hatte und wer

welche Aufgabe wie bearbeitete.

(...)


Und was sagt ihr zu der Situation?


Schreibt uns eure Erfahrungen aus der momentan Unterrichtssituation, egal ob ihr daheim vor dem PC oder in der Schule seid!

Schreibt an gbsweekly@gmail.com und wir veröffentlichen eure Erfahrungsberichte, kleine Videos oder Fotos, wenn ihr das möchtet!


Bleibt stark und gebt aufeinander acht, alle miteinander!

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