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Polarstern-Expedition

Polarstern ist der Name des deutschen Forschungsschiffes, das letztes Jahr auf einer Expedition in der Arktis unterwegs war. Es ist eines der leistungsfähigsten Forschungsschiffe auf der Welt und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung vertreten. Ein Jahr verbrachte das Schiff im Nordpolarmeer, doch warum war es so lange dort?


Das Schiff startete 2019 von Bremerhaven aus und brach Richtung Arktis, in der übrigens die Nacht fast ein halbes Jahr andauert, auf. Es ist ein 118 m langer und 25 m breiter Eisbrecher. Seine Mission bestand darin, umfangreiche Messungen durchzuführen sowie den Klimawandel und den Eiszyklus zu untersuchen. Gemessen wird mit einer elektromagnetischen Sonde. Die Forschungen haben z.B ergeben, dass es kein Eis mehr um die Arktis gibt, dass mehrere Jahre alt ist. Außerdem wird die Bewegung von Eisbergen und somit auch die Meeresströmung untersucht.


Wie kann sich so ein Schiff über ein Jahr bewegen? Die Crew setzt sich auf eine Eisscholle ab, sodass das Schiff darauf gefriert und mit der Eisscholle auf dem Meer treiben kann. Allerdings läuft der Motor dauerhaft, um Energie und Wärme zu produzieren. Das funktioniert nur im Winter, denn im arktischen Sommer schmelzen und brechen die Eisschollen auseinander. Außerdem richtet sich die Mannschaft ein Forschungscamp auf der Scholle ein. Dadurch, kann man an mehreren Orten gleichzeitig forschen und effizienter verwalten. Die Forscher untersuchten die Arktis, weil es dort nicht so kalt wie in der Antarktis ist. Apropos Kälte, den Eisbären geht es auch so, darum leben sie in der Arktis und die Pinguine in der Antarktis


Hubschrauber erledigen Versorgungslieferungen. Auf dem Schiff arbeiten 50 Wissenschaftler und 44 Personen für Forschungsarbeit. Die Forschung wird in den Bereichen Biologie, Geologie, Geophysik, Glaziologie, Chemie, Ozeanographie und Meteorologie betrieben. Alle zwei Monate fanden Crew-Wechsel statt. Laut den Crewmitgliedern verstanden sie sich schon von Beginn an gut und konnten zudem einen guten Rhythmus finden. Es nahmen Wissenschaftler aus 20 Nationen teil.


Zum ersten Mal konnte das Schiff das ganze arktische Meeressystem messen und untersuchen. Die Crew stellte fest, dass die Temperaturen um zehn Grad als vor 125 Jahren gestiegen sind. Wenn es mit dem Klimawandel so weitergeht, werden wir in wenigen Jahrzehnten eine eisfreie Arktis haben.


Quellen:

https://www.br.de/nachrichten/wissen/forschungsschiff-polarstern-ist-auf-dem-rueckweg,RuMwTt1

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/forschungsschiff-polarstern-1797836

Frankfurter Rundschau (8.12.2020)


Geschrieben von Z&M

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