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Massendemos in Chile

In den letzten Wochen hat ganz Chile angefangen, sich für seine Gerechtigkeit einzusetzen. Mich interessiert und besorgt das ganz besonders, weil ich selbst Chilenin bin und noch viel Familie in Chile habe. Mehr als eine Million Menschen sind am Freitag den 26.10.2019 in Chile gegen den Präsidenten Sebastián Piñera auf die Straße gegangen. Selbst in der Hauptstadt Santiago de Chile haben alleine 820.000 Menschen demonstriert, sie forderten seinen Rücktritt und Wirtschaftsreformen.


„Sie schwenkten chilenische Flaggen und sangen Widerstandslieder aus der Zeit der Diktatur unter General Augusto Pinochet (1973 bis 1990). Als die Demonstranten am Präsidentenpalast vorbeizogen, riefen sie Parolen gegen Piñera und das Militär“[1]. Auch in andern Städten in Chile gab es Demonstrationen mit mehr als 10.000 Teilnehmern. Diese Protestwelle wurde durch die Erhöhung der U-Bahn Preisen ausgelöst, es waren nur ein paar Cent. Aber für einen Großteil der Menschen in Chile ist das viel Geld.


Seit dem Beginn der Proteste in den vergangenen Wochen wurden 19 Menschen getötet. Außerdem gab es nach Angaben des Nationalen Instituts für Menschenrechte Verletzte. Seit Beginn der Proteste wurden mehr als 580 Menschen verletzt, darunter 245 durch Schusswaffen.


Und es gibt noch mehr Gründe, warum viele Chilenen und Chileninnen unzufrieden sind. Zum Beispiel sind Lebensmittel sehr teuer und viele junge Menschen können sich die Studiengebühren für die Universität nicht leisten. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Arm und Reich in Chile. Ein paar Familien sind superreich, aber sehr viele Menschen haben nur sehr wenig Geld. Die Regierung kündigte außerdem einen Dialogprozess an, um die Prioritäten der Bevölkerung zu erfassen. Der Mindestlohn sowie die Renten sollten angehoben, die Preise für Medikamente und Dienstleistungen wie Strom gesenkt werden.[2]


Der Präsident Sebastian Piñera, eigentlich Unternehmer und selbst einer der reichsten Chilenen, findet das völlig in Ordnung und hat auch wenig Verständnis für die Nöte der Bevölkerung. Das hat die Menschen noch wütender gemacht, schon aus diesen Gründen werden sie nicht aufhören zu demonstrieren, bis sieiIhre Wünsche erfüllen[3].

[1] https://www.zdf.de/nachrichten/heute/ruf-nach-sozialen-reformen-millionen-kundgebung-in-chile-100.html


[2] https://www.dw.com/de/mehr-als-1000-festnahmen-in-chile/a-51231728


[3]https://www.spiegel.de/politik/ausland/bild-1292478-1480765.html




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