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Der Zoo, ein gutes Ziel für einen Besuch?

„Liebe Schüler! Unsere Klasse macht einen Ausflug in den Zoo!“ – wer hört das nicht gerne, wenn der Lehrer das sagt?


Im Zoo gibt es viele coole und schöne Tiere wie die Löwen, die Giraffen, das Nashorn und mehr! Wir alle wollten schon immer diese Tiere sehen und der Zoo ist perfekt dafür geeignet. Wir denken uns nicht Böses, wenn wir einen Zoo besuchen, aber ist es gut, die Zoos, welche Tiere gefangen halten, zu unterstützen? Ja, nein...?


Da müssen wir unterschiedliche Dinge auf jeden Fall mal bedenken.


Darf man Tiere überhaupt in Gefangenschaft, also auch in Zoos halten?



Ich persönlich bin der Meinung, dass es bestimmte Tierarten gibt, welche in Gefangenschaft gehalten werden können. Dies bedeutet aber nicht, dass man diese Tiere in Gefangenschaft halten muss. Und auch wenn es Tiere gibt, die den Stress in der Nähe der Menschen aushalten können, gibt es Tiere, die den Stress nicht vertragen. Zum Beispiel könnte man Mäuse, Erdmännchen, bestimmte Vogelarten wie Papageien etc., Schlangen, Fledermäuse oder Fische im Zoo halten, denn da kann man die Gehege so gestalten, dass ihnen ein gutes Umfeld geboten werden kann (leider machen viele Zoos auch das noch nicht, aber es wird besser!). Anders wäre es bei größeren Tieren wie Jaguaren, Löwen, Elefanten, Nashörnern etc. Denn diese Tiere brauchen definitiv mehr Platz als kleinere, umso mehr, wenn es eine Gruppe mit Tieren ist.

Doch wenn dann genau diese Tiere in Gefangenschaft gehalten werden, kommt es oft vor, dass sie Verhaltensstörungen entwickeln, das Problem dabei ist, dass viele Menschen nicht einschätzen können, ob Tiere diese Verhaltensstörungen aufweisen und sind dann der Meinung, dass dieses Verhalten normal ist.



Verhaltensstörungen können unterschiedlich sein, viele Tiere z. b. laufen im Gehege immer wieder hin und her, einige Tiere können auch Essstörungen oder Angststörungen entwickeln (und mehr). Aber nicht nur in Zoos werden Tiere gefangen gehalten, welche eigentlich in freier Wildbahn leben sollten. In Meeresthemenparks gibt es die berüchtigten Schwertwale, welche bei Gefangenschaft durch den eingeschränkten Raum eine deformierte Rückenflosse bekommen. Und da Orcas sehr intelligente Tiere sind, werden sie über einen längeren Zeitraum frustriert und traurig, dies war wahrscheinlich der Grund, warum der Schwertwal Tilikum (†) im Jahre 2010 seine Trainerin ertränkte.



Aber kann die Gefangenschaft von Vertetern bedrohter Tierarten denn wenigstens ihr Aussterben verhindern? Natürlich müssen Tiere, welche in Gefangenschaft leben, keine Angst vor potentiellen Jägern haben, ihnen wird Beschäftigung angeboten, sie können sich in Ruhe fortpflanzen und sie müssen nicht mehr für ihr Essen jagen. Dies sind große Vorteile bei der Haltung der Tiere, aber Kritikern nach zu urteilen sind diese Vorteile unnatürlich für die Tiere.


Und trotzdem haben sich die Umstände in den Zoos zum Positiven geändert, die Tiere haben mehr Platz als früher und im Thema Tierschutz wird sich nun auch mehr bemüht. Der Zoo hat zum Beispiel bei mir bewirkt, dass ich mich schon von klein an für Tiere und deren Arterhaltung interessiere, dies geht anderen, die ich danach gefragt habe, ebenfalls so.


Aber auch wenn diese Aspekte den Tieren helfen, sollte man die Ausrichtung der Zoos anders gestalten. Damit meine ich, dass nicht mehr Menschen mitwirken sollten als notwendig. Das heißt auch, dass nur Mitglieder des Zoos mit den Tieren in Kontakt treten sollten, dies aber auch so wenig wie möglich, damit sich die Tiere nicht an Menschen gewöhnen.

Dies kann aber nicht stattfinden, und warum? Der Grund ist ganz einfach, denn Zoos sind Rechtlich gesehen nur zur Unterhaltung der Menschen da ist. Denn in Paragraph 42 des Bundesnaturschutzgesetzes heißt es: "Zoos sind dauerhafte Einrichtungen, in denen lebende Tiere wildlebender Arten zwecks Zurschaustellung während eines Zeitraumes von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden."

Das heisst aber ja auch, dass man viele Tiere nicht immer zur Schau stellen müsste. Das machen auch viele schon in Brutzeiten oder wenn die Tiere noch ganz kleine Junge haben. Aber meiner Meinung nach noch nicht oft genug!


Und jetzt nochmal alles zusammengefasst.

Pros: Es gibt viele Pro-Aspekte wie den Erhalt der Tiere, die Informationen, welche man über die Tiere liefern und erhalten kann, der Ansporn, etwas für den Tierschutz zu tun und das Züchten verschiedener Tierarten (die sich sonst nur schwer fortpflanzen, wie z.B. Pandas).



Kontras: Natürlich gibt es auch dann noch die negativen Aspekte wie nicht artgerechte Tierhaltung, Verhaltensstörungen, unnatürliche Beschäftigungen sowie die lebhafte Umgebung, Stress in der Nähe von Menschen, Entwicklung von Essstörungen, Angststörungen und mehr.


Also liebe Lehrer und Eltern, besprecht doch dieses Thema mit den Klassen oder den Kindern, wenn ihr das nächste Mal vorhabt, einen Zoo oder Meeresthemenpark zu besuchen!


Eure Raven aka Arya


Bilder:

Orca: https://pixabay.com/images/id-732242/

Giraffe: Photo by Kasper Rasmussen on Unsplash

Gorilla: Photo by Daniel Hansen on Unsplash

Junge mit Wild: Photo by Daiga Ellaby on Unsplash

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